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Grosse Klappe, aber keiner wählt den Zuger Piraten Stefan Thöni


6 Likes, wirklich eine unglaublich bewundernswerte Performance!

Stefan Thöni, der notorische Rebell der Piratenpartei, Intimus von Jolanda Spiess, wollte doch ernsthaft im Oktober 2018 Gemeindepräsident von Steinhausen werden. Er habe den Steinhauser Gemeinderat häufig kritisiert, wird Thöni in der Mitteilung zitiert. «Deshalb unterbreite ich den Einwohnern jetzt die Möglichkeit, mich zeigen zu lassen, wie Dinge verbessert werden können.» Inhaltlich liege ihm «eine bessere ÖV-Versorgung und nach wie vor mehr Transparenz am Herzen», so Thöni.Bei 2‘228 eingereichten Stimmrechtsausweisen (Stimmbeteiligung 42,84%) erhielt Thöni rekordverdächtige 219 Stimmen.

Wir erinnern uns doch noch  gerne zurück an die Ständeratswahlen im Kanton Zug vom 18.10. 2015: Insgesamt gingen 40‘245 Wählerinnen und Wähler an die Urne. Thöni landete abgeschlagen als Letzter auf Platz 6 mit 1709 Stimmen!

Das alles hinderte den umtriebigen Thöni nicht, im Juni 2018 erneut anzutreten: Das Verwaltungsgericht musste neu bestellt werden. Auch im Kanton Zug sind dies grösstenteils stille Wahlen, da sich die Parteien teilweise absprechen. Die Piratenpartei kämpft dagegen und will mehr Transparenz. Das ist grundsätzlich legitim. Wenn man aber die Kandidatenliste betrachtete, war logisch, dass sich nur Juristen zur Wahl stellten: Ausnahme Thöni. Das Zuger Wahlgesetz erklärte die juristische Grundausbildung mit einigen Jahren Erfahrung bislang nicht als Voraussetzung, überhaupt für ein Richteramt zu kandidieren. Unglaublich, aber wahr!

Der Kanton Zürich war bis 2016 noch der einzige Kanton, der Laienrichter am Bezirksgericht einsetzte. Nach einer Volksabstimmung haben sich zwei Drittel der Stimmbevölkerung für die Abschaffung der Laienrichter ausgesprochen.

Auch KESB-Beschwerden sollen im Kanton Zürich künftig nur noch von Juristen (Bezirksgericht) und nicht mehr von der Laienbehörde Bezirksrat begutachtet werden. Das Geschäft wird momentan vom Kantonsrat noch behandelt. 

Natürlich wurde Thöni auch bei der Wahl ins Verwaltungsgericht abgestraft. Hier das offizielle Wahlergebnis.

Wenn  uns die Statistiken nicht belügen, dann erreichten die Piraten bisher in der ganzen Schweiz fast historisch einen einzigen Sitz, und zwar am 7.3.2010 im Winterthurer Gemeinderat! 

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Wir wünschen weiterhin gutes Gelingen! Warum versucht man es eigentlich nicht mit Spiess-Hegglin? Kapazitäten wären sicher noch vorhanden, Wahlchancen natürlich in weiter Ferne. 

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