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Negative Campaigning der CVP

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Eine grossangelegte Online-Kampagne der CVP sorgt für breites Unverständnis und Kritik bei den Politik-Kollegen. Wer nämlich einen Kandidaten für die nationalen Wahlen googelt und auf die von Google zuoberst vorgeschlagene Anzeige klickt, landet nicht etwa bei der Seite des gesuchten Kandidaten, sondern auf einer Werbeseite der CVP. Und: Auf dieser Seite bekommen die Kandidaten ihr Fett weg.

Ausgerechnet die CVP, die sich sonst gerne als Partei des Konsens und des Kompromisses feiert, die Partei der vernünftigen Mitte, setzt mit einer unverständlichen Wahlkampagne Bundesbern in Aufruhr. 

Seit dem 17.9.2019, 33 Tage vor den Wahlen, läuft diese Schmutzkampagne der CVP. Die Kritik im Netz und bei den Parteien fällt vernichtend aus.

Auch diverse CVP-Mitglieder haben sich auf Twitter von der Kampagne distanziert.

Offenbar hat die Parteileitung buchstäblich die Hosen voll, wenn sie die die aktuellen Wahlprognosen konsultiert, anders ist diese Panikreaktion kaum zu erklären. Dass der Schuss mit grosser Sicherheit nach hinten los geht, scheinen Pfister und Co. (noch)  nicht zu realisieren. Die Grünen werden vermutlich sogar ohne GLP die Christdemokraten überflügeln, für Zunder in der altbewährten Zauberformel ist also gesorgt. 

Trotz diesen ernüchternden Umfragewerten gibt sich Präsident Gerhard Pfister zuversichtlich. Sein Ziel: im Ständerat stärkste Kraft bleiben, im Nationalrat Anteile zulegen – und die Rückeroberung des zweiten Bundesratssitzes.

«Unsere Mobilisierungsfähigkeit hat stark zugenommen»: CVP-Chef Gerhard Pfister.

Träumen ist ja erlaubt, vor allem mit einer Nationalrätin wie Ruth Humbel  (AG), die allein im Gesundheitswesen 12 Mandate „betreut“, und so sicher frei, unabhängig und lösungsorientiert abstimmen kann! 

Ruth Humbel fischt im Müller-Teich

Quelle: AZ 23.10.2015

Eine solche Wahlkampagne ist widerlich. Shameleaks hat auch das wurmstichige Apfel-Plakat der SVP kritisiert, wir tun das aber vor allem auch bei einer Partei mit dem christlichen C im Logo. So macht man keine erfolgreiche Werbung, indem man Andersdenkende mit einer Negativ-Kampagne in die Pfanne haut,  selber aber seit Jahren als Windfahnen-Wischiwaschi Partei bekannt ist. Wir würden ja sehr gerne der Parteileitung die Rote Karte zeigen, denken aber, der Karikaturist Swen kann das viel besser!

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Quelle: AZ 17.9.2019

Schmutzkampagnen haben in der Schweiz mit ihrer Konsenspolitik weder Tradition noch Platz. Es wird gerade Wähler der Traditionspartei CVP vor den Kopf stossen, da sie tendenziell als lösungsorientiert gelten, denen das Miteinander wichtig ist. Schlechter Stil hat da keinen Platz. 

Die Reaktionen anderer Parteien blieben denn  erwartungsgemäss auch nicht aus (Quelle: SRF 17.9.2019). 

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Quelle: Zentralplus 17.9.2019

Verschiedene Politikerinnen und Politiker meldeten sich natürlich auch persönlich vor allem via Twitter, um ihren berechtigten Unmut über diese Schmuddelkampagne Luft zu verschaffen. Hier einige Beispiele:

Aber auch Gioia Porlezza, Germanistin und Journalistin, Mitglied der Jungfreisinnigen, brachte  es stellvertretend für viele andere gleichlautende Meinungen auf den Punkt:

Obwohl Himmel und Hölle ja biblische Symbolik haben, auch im BLICK war buchstäblich der Teufel los:

Für uns alle völlig unverständlich, dass der sonst so besonnene, intelligente und integre CVP Präsident Gerhard Pfister diese Aktion vehement verteidigt. Einsicht wäre ja eigentlich der erste Weg zur Besserung, aber davon ist in seiner Stellungnahme auf SRF rein gar nichts zu spüren. 

Oder könnte es doch sein, dass die CVP kalte Füsse bekommen hat? SRF Data Reporter Timo Grossenbacher outet eine digitale Veränderung im Zusammenhang mit Google und Politikern der anderen Parteien.

Shameleaks bleibt dran!

Ein Kommentar

  • Supermann

    Sehr schön zusammengestellt. Heute zählt nur noch das abnormale oder extreme. Der CVP steht das Wasser schon längst über dem Kopf. Wahrscheinlich die letzten Atemzüge einer Stillstandpartei, die es nicht verstanden hat modern mit der Zeit zu gehen und die christlichen Werte beizubehalten.

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